Der SV Mildensee musste am 3. Spieltag der Kreisoberliga Anhalt-Bitterfeld die erste Niederlage der noch jungen Saison hinnehmen. Beim ESV Petersroda ging der SVM zunächst durch einen direkt verwandelten Freistoß von Jan-Sascha Schulze in Führung, verlor nach dem schnellen Ausgleich jedoch zunehmend den Zugriff auf die Partie. Ein Doppelschlag nach der Pause brachte die Vorentscheidung, ehe Petersroda in der Nachspielzeit den 5:1-Endstand herstellte.

Aufstellung des SVM: Schröder (T) – Fels (’86. Brudna), Wolter (’57. Kwiatkowski), Noth, Stebani – J. Schulze, Drengwitz (C) – Süphke (’61. Tanz), Dübecke-Tiedemann, Wünsche (’75. Fromm) – Al Hosini (’56. F. Schulze)
Am vergangenen Samstag, dem 19. September 2026, ging es für die Männer des SV Mildensee zum ESV Petersroda. Beide Mannschaften waren mit zwei Siegen in die neue Saison gestartet. Mildensee reiste als Tabellenführer an, Petersroda lag unmittelbar dahinter auf Rang zwei. Damit stand bereits am dritten Spieltag ein echtes Spitzenspiel auf dem Programm.
Passend zur besonderen Konstellation wurde für Mannschaft und Fans ein Bus organisiert, der Team, Staff und einen Teil der Anhänger nach Petersroda brachte. Für einen besonderen Rahmen sorgte zudem das parallel auf dem Sportplatzgelände stattfindende Stadtfest Sandersdorf-Brehna. An dieser Stelle bereits ein herzliches Dankeschön an alle Organisatoren, Kümmerer und mitgereisten Fans für diese, trotz Niederlage, schöne Auswärtsfahrt.
Schulze bringt den SVM per Freistoß in Führung
Mildensee fand zunächst etwas besser in die Partie. Den ersten Abschluss verzeichnete Lucas Dübecke-Tiedemann in der 4. Minute. Nach einem kurz ausgeführten Freistoß zog er aus rund 16 Metern ab, setzte den Ball jedoch über das Petersrodaer Tor.
Danach spielte sich das Geschehen hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitgehend und kamen zunächst kaum gefährlich vor das gegnerische Tor.
Das änderte sich in der 11. Minute. Dübecke-Tiedemann wurde unmittelbar vor dem Petersrodaer Strafraum in zentraler Position gefoult. Den fälligen Freistoß übernahm Jan-Sascha Schulze, der erkannte, dass sich der Petersrodaer Torhüter hinter seiner Fünf-Mann-Mauer positionierte und das linke Eck, das nicht von der Mauer abgedeckt wurde, offen ließ. Schulze nutzte die Lücke und schob den Ball in der 12. Minute flach an der Mauer vorbei ins linke Eck – 0:1 für den SVM.
Petersroda übernimmt zunehmend die Kontrolle
Die Freude über die Führung währte allerdings nur kurz. Nach einem halbhohen Ball aus dem Mittelfeld in die Spitze gelang es der Mildenseer Defensive trotz mehrerer Versuche nicht, die Situation konsequent zu bereinigen. Der letzte Klärungsversuch von Marvin Stebani landete schließlich vor den Füßen eines Petersrodaer Angreifers, der aus rund 16 Metern zentraler Position draufhielt und den Ball flach links unten zum 1:1 (’18.) unterbrachte.
Nur rund eineinhalb Minuten später wurde Petersroda erneut gefährlich. Ein Abschluss aus knapp elf Metern und halblinker Position landete am linken Außennetz.
Der schnelle Ausgleich zeigte Wirkung. Petersroda verzeichnete in der Folge mehr Spielanteile und Ballbesitz, ohne aber daraus zunächst zwingende Torgefahr zu entwickeln. Vieles spielte sich weiterhin im Mittelfeld ab.
In der 34. Minute meldete sich der SVM wieder offensiv zu Wort. Jan-Sascha-Schulze und Dübecke-Tiedemann standen zu einem Freistoß vom rechten Flügel aus rund 18 Metern bereit. Schulze täuschte die Ausführung lediglich an und überließ Dübecke-Tiedemann, der den Ball mit dem linken Fuß gefährlich auf den langen Pfosten in den Fünfmeterraum zog. Petersrodas Schlussmann verpasste die Hereingabe, doch auch Lukas Wünsche kam einen Schritt zu spät – Abstoß.
In der 42. Minute sah Stebani nach einem Foulspiel im Mittelfeld Gelb. Eine anschließende kurze Rudelbildung löste sich ohne weitere Konsequenzen wieder auf.
Traumtor für den ESV kurz vor der Pause
Zwei Minuten später folgte der nächste Rückschlag für den SVM. Petersroda machte das Zentrum eng und erzwang einen Mildenseer Ballverlust im Mittelfeld. Der Ball gelangte zu Hassan Mohammadi, der sich aus rund 25 Metern ein Herz fasste und abzog.
Sein Distanzschuss schlug oben rechts im Winkel ein. Mildensees Schlussmann Christian Schröder bekam zwar noch eine Hand an den Ball, konnte dessen Flugbahn jedoch nicht mehr entscheidend verändern. Ein sehenswerter Treffer zum 2:1 für Petersroda in der 44. Minute.
Wenig später ging es mit dem 2:1 in die Kabinen.
Doppelschlag bringt den SVM auf die Verliererstraße
Auch die Anfangsphase des zweiten Durchgangs erinnerte an weite Teile der ersten Hälfte: wenig Strafraumszenen, viel Spiel zwischen den Strafräumen und leichte Vorteile im Ballbesitz für Petersroda.
In der 56. Minute folgte eine der Schlüsselszenen der Begegnung. Ein langer Mildenseer Freistoß aus der eigenen Hälfte in Richtung des gegnerischen Strafraums entwickelte sich zum Boomerang. Petersroda klärte den Ball zurück ins Mittelfeld, wo Jeremy Noth ihn nicht sauber kontrollieren konnte und damit unfreiwillig einen gegnerischen Angreifer ins Spiel brachte. Dieser erkannte den Laufweg seines Mitspielers und schickte ihn in die Tiefe. Von halbrechts zog der Petersrodaer Angreifer ins Zentrum, ließ Lukas Wolter und Fabian Fels stehen und kam aus rund 11 Metern frei zum Abschluss. Auch Schröder konnte den Einschlag zum 3:1 nicht mehr verhindern.
Mildensee versuchte dennoch, das Spiel nicht gänzlich aus der Hand zu geben. In der 58. Minute eroberte Florian Schulze rechts am gegnerischen Strafraum den Ball und brachte ihn scharf in Richtung Fünfmeterraum. Petersrodas Torhüter war jedoch aufmerksam und klärte die Hereingabe mit einer Hand aus der Gefahrenzone.
Nur eine Minute später folgte der nächste Dämpfer für den SVM: Petersroda kombinierte sich mit einem Doppelpass vor den Mildenseer Strafraum. Ein anschließender Querpass brachte den Angreifer in eine ideale Abschlussposition. Frei vor Schröder setzte er den Ball aus rund 16 Metern flach rechts unten ins Tor – 4:1 in der 59. Minute.
Der Doppelschlag innerhalb weniger Minuten stellte die Weichen endgültig auf Heimsieg für den ESV Petersroda. Der SVM blieb zwar bemüht, fand offensiv aber kaum noch Mittel, um Petersroda ernsthaft unter Druck zu setzen.
In der 73. Minute wurde es noch einmal hitziger. Kapitän Benjamin Drengwitz wurde in der Nähe des rechten Strafraumecks überhart, augenscheinlich jedoch ohne Absicht, gefoult. Es kam erneut zu einer Rudelbildung, die sich ebenfalls ohne größere Auseinandersetzungen schnell wieder auflöste. Der Petersrodaer Spieler sah die gelbe Karte, Drengwitz konnte die Begegnung glücklicherweise fortsetzen.
Den anschließenden Freistoß trat Jan-Sascha Schulze aus rund 17 Metern direkt. Sein Versuch strich an den rechten Außenpfosten und war somit eine der besten Mildenseer Möglichkeiten des zweiten Durchgangs.
In der 90.+1 Minute setzten die Gastgeber schließlich den Schlusspunkt der Partie. Petersroda konnte den Angriff weitgehend ungestört aufbauen und kombinierte sich wie schon beim 4:1 mit einem Doppelpass bis vor den Mildenseer Strafraum. Aus rund 16 Metern zentraler Position folgte der Abschluss. Schröder konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren, sodass der Ball flach halblinks zum 5:1 einschlug.
Kurz darauf war Schluss.
Fazit und Vorschau
Vor 155 Zuschauern musste der SV Mildensee nach zwei Siegen zum Auftakt seine erste Saisonniederlage hinnehmen, die am Ende auch verdient war. Insgesamt verteilte der Schiedsrichter vier Gelbe Karten – drei an Mildensee und eine an Petersroda. Zwei kurze Rudelbildungen lösten sich jeweils schnell wieder auf, sodass die Partie insgesamt fair blieb.
Durch das 5:1 gab der SVM die Tabellenführung an Petersroda ab und findet sich nach dem dritten Spieltag auf Rang sieben wieder. Nun heißt es, die Niederlage aufzuarbeiten, im Training weiter an den eigenen Abläufen zu arbeiten und den Blick wieder nach vorn zu richten.
Auch wenn es sportlich an diesem Nachmittag nichts zu feiern gab, war der gemeinsame Auswärtstag mit dem Schlusspfiff noch nicht beendet. Mannschaft und Staff verbrachten anschließend gemeinsam mit den mitgereisten Anhängern noch einige schöne Stunden auf dem Stadtfest Sandersdorf-Brehna, das direkt auf dem Sportplatzgelände stattfand. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mildenseern, die den Weg nach Petersroda auf sich genommen und die Mannschaft vor Ort unterstützt haben!
Die nächste Gelegenheit, wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren, bietet sich bereits am kommenden Sonntag, 27. September 2026. Um 14:00 Uhr empfängt der SV Mildensee die SG 1948 Reppichau II am heimischen Anger. Mit dem derzeitigen Tabellendritten wartet allerdings direkt die nächste anspruchsvolle Aufgabe: Reppichau II hat nach drei Spieltagen sieben Punkte auf dem Konto und ist damit noch ungeschlagen.
Gänzlich unbekannt ist der kommende Gegner dem SVM nicht. Laut FuPa trafen beide Mannschaften bislang allerdings erst einmal aufeinander: Im Februar dieses Jahres standen sie sich in einem Testspiel in Reppichau gegenüber. Damals musste sich Mildensee deutlich mit 6:0 geschlagen geben. Nun werden die Karten unter Pflichtspielbedingungen neu gemischt.
Der SVM freut sich auf eure Unterstützung!









