Gerade als der SV Mildensee nach der Pause besser in die Partie fand und begann, den Dessauer SV 97 unter Druck zu setzen, schlugen die Gäste zu. Innerhalb von nur 16 Minuten machte der Landesklassen-Vertreter das bis dahin offene Spiel im RAN1-RBW-Kreispokal zu einer klaren Angelegenheit. Am Ende stand ein 0:3, das deutlicher ausfiel, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten ließ.

Aufstellung des SVM: Schröder (T) – Benedix (’81. Wieler), Wolter, Noth, Stebani (C) – J. Schulze, F. Schulze (’67. Fromm) – Fels, Wille (’46. Drengwitz), Süphke (’67. Tanz) – Al Hosini
Die Mannschaft des SVM legte am heimischen Anger zunächst keinen guten Start hin. Beide Mannschaften begannen verhalten, doch vor allem Mildensee leistete sich im Spielaufbau ungewohnt viele einfache Ballverluste. Der DSV versuchte es häufig mit langen Bällen, konnte daraus zunächst aber ebenfalls wenig Kapital schlagen.
Mildensees Schröder hält vorerst die Null
In der 15. Minute deutete Mildensee erstmals Gefahr an, als ein Steckpass auf Ahmad Al Hosini im letzten Moment abgefangen wurde. Kurz darauf wurde es auf der anderen Seite ernst: Nach einem langen Ball aus dem zentralen Mittelfeld auf den linken Flügel nahm der DSV-Angreifer das Zuspiel sauber mit, zog in den Strafraum und legte sich den Ball noch einmal vor. Mildensees Florian Schulze kam beim Klärungsversuch einen Schritt zu spät und traf nur noch den Fuß seines Gegenspielers – der Ball war bereits weg. Schiedsrichter Behzad Ahmed zeigte wegen dieses Einsteigens in der 20. Minute auf den Punkt. Daraufhin übernahm DSV-Stürmer Paul Apel die Verantwortung – doch Christian Schröder ahnte die Ecke und parierte den halbhoch in die linke Torhälfte geschossenen Strafstoß.
Der gehaltene Strafstoß brachte allerdings zunächst nicht die erhoffte Sicherheit. Mildensee tat sich weiterhin schwer, Struktur in den eigenen Aufbau zu bekommen. Die Gäste blieben ihrerseits jedoch ebenfalls überschaubar gefährlich. In der 36. Minute setzte der DSV einen direkten Freistoß aus zentraler Position an der Strafraumgrenze deutlich über das Tor. Vier Minuten später wurde es dann etwas gefährlicher: Achraf Chebbah zog aus rund 18 Metern ab und verfehlte das Mildenseer Gehäuse rechts nur um etwa einen Meter.
So ging es torlos in die Kabinen – aus Mildenseer Sicht durchaus glücklich. Der SVM hatte bis dahin noch nicht zu seinem gewohnten Spiel gefunden.
SVM wird stärker – der DSV schlägt eiskalt zu
Zur Pause reagierte Mildensee und brachte Benjamin Drengwitz für Pierre Maurice Wille. Mit Beginn der zweiten Hälfte präsentierte sich der SVM zudem deutlich wacher und zielstrebiger. Bereits in der 46. Minute kam Jan-Sascha Schulze aus rund 18 Metern halbrechter Position zum Abschluss und setzte den Ball nur knapp über die Latte.
Doch statt der Mildenseer Führung fiel auf der Gegenseite das 0:1. Mildensee ließ einen Gegenspieler nahezu 30 Meter weit ohne ernsthafte Bedrängnis durch die eigene Hälfte marschieren. Dieser legte anschließend auf den mitgelaufenen Basem Hulwa quer, der aus halbrechter Position und rund 15 Metern zum Abschluss kam. Schröder parierte den halbhoch und zentral geschossenen Ball zunächst, konnte ihn jedoch nur nach vorne abwehren. Hulwa kam dadurch selbst zum Nachschuss und brachte den Ball aus etwa 14 Metern flach links im Tor unter.
Mildensee ließ sich vom Rückstand zunächst nicht beeindrucken. Das Spiel wurde offener, der SVM kombinierte nun deutlich besser und kam häufiger in gefährliche Räume. In der 59. Minute wurde Al Hosini nur knapp wegen Abseits zurückgepfiffen. Sechs Minuten später brachte Stebani eine scharfe Hereingabe in den Fünfmeterraum, wo Evan Benedix bereits einschussbereit lauerte. Ein DSV-Verteidiger war jedoch im letzten Moment zur Stelle und klärte.
DSV erhöht und entscheidet die Partie
Die stärkste Phase der Gastgeber wurde jedoch jäh gestoppt. Mitten hinein in den zunehmenden Mildenseer Druck erhöhte Julian Bittner in der 62. Minute auf 0:2: Ein unter Bedrängnis aus der Mildenseer Hälfte geklärter Ball landete im Mittelkreis auf dem Kopf eines DSV-Spielers, der ungestört weiterleitete und damit den Angriff eröffnete. Sein Mitspieler nahm den Ball im Halbfeld auf, zog zentral auf den Strafraum zu und steckte am Strafraumbogen in den Lauf von Bittner durch, der aus rund zehn Metern halblinker Position abschloss und den herauseilenden Schröder durch die Beine zum 0:2 überwand.
Nur zwei Minuten später – in der 64. Minute – folgte der nächste Wirkungstreffer: Nach einem Mildenseer Fehlpass am gegnerischen Strafraum kam der DSV in Ballbesitz. Die anschließende Klärung eines DSV-Verteidigers rutschte bis in den Lauf Apels durch, der die weit aufgerückten Mildenseer hinter sich ließ und nur noch Innenverteidiger Lukas Wolter sowie Torwart Schröder vor sich hatte. Mit einer Körpertäuschung zog er rechts an Wolter vorbei und kam am rechten Rand des Strafraumbogens zum Abschluss. Von dort setzte er den Ball flach ins rechte Eck zum 0:3. Der DSV zeigte sich in dieser Phase äußerst effizient, während Mildensee seine Möglichkeiten ungenutzt ließ.
In der 67. Minute nahm der SVM einen Doppelwechsel vor: Erik Fromm kam für Florian Schulze, Johann Tanz ersetzte Jannick Süphke.
Trotz der deutlichen Führung des DSV wurde das Fußballspielen aber nicht eingestellt. In der 72. Minute kombinierte sich Mildensee erneut sehenswert durch die gegnerischen Reihen, Jan-Sascha Schulze setzte seinen Abschluss jedoch knapp am Ziel vorbei. Auch in der 85. Minute bot sich Al Hosini noch einmal eine große Möglichkeit auf den verdienten Treffer.
Der wollte an diesem Nachmittag allerdings nicht mehr fallen. Nach 90+1 Minuten war Schluss.
Fazit und Vorschau
Vor 97 Zuschauern endete die Pokalreise des SVM damit im Achtelfinale. Unterm Strich stand eine 0:3-Niederlage, da sich Mildensee zu wenige klare Möglichkeiten erspielte und der DSV seine Chancen konsequenter nutzte.
Die Partie war phasenweise durchaus ruppig. Insgesamt verteilte Schiedsrichter Behzad Ahmed vier Gelbe Karten – jeweils zwei auf beiden Seiten. Das Dreiergespann behielt die Begegnung dabei jedoch durchweg unter Kontrolle und sorgte für eine souveräne Spielleitung.
Der Blick richtet sich nun wieder nach vorn. Bereits am kommenden Samstag, dem 12. September 2026, geht es in der Kreisoberliga Anhalt-Bitterfeld weiter. Am 2. Spieltag empfängt der SV Mildensee die SG Rot-Weiß Thalheim II am heimischen Anger. Anstoß auf dem Sportplatz Mildensee ist um 15:30 Uhr.
Dabei wartet zugleich eine kleine Premiere: Nach den bei FuPa hinterlegten Daten treffen beide Mannschaften erstmals in einem Pflichtspiel aufeinander. Allerdings gab es bereits zwei Testspielduelle: Im August 2019 setzte sich Thalheim II auf eigenem Platz mit 1:0 durch, zwei Jahre zuvor – im Juli 2017 – gewannen die Thalheimer ein Vorbereitungsspiel in Mildensee mit 2:5.
Auch der Saisonauftakt der Gäste zeigt, dass auf den SVM eine anspruchsvolle Aufgabe wartet: Thalheim II gewann am ersten Spieltag gegen die SG Union Sandersdorf II. Für Mildensee wird es damit ein schweres, aber durchaus machbares Heimspiel.
Das Heimspiel fällt zugleich in ein besonderes Wochenende für den Ort: Vom 11. bis 13. September 2026 werden in Dessau-Mildensee 50 JAHRE MILDENSEER BAUERNMARKT sowie das Nordmannfest gefeiert. Wer an diesem Wochenende ohnehin in Mildensee unterwegs ist, kann den Festbesuch also bestens mit einem Abstecher zum Fußball verbinden.
Kommt vorbei, unterstützt den SVM – und danach feiern wir gemeinsam auf dem Anger weiter!
LIVETICKER: Vielen Dank an unseren Abteilungsleiter Patrick „Bone“ Bonin, der auch diesmal alle Fans, die nicht vor Ort sein konnten, während der Partie mit einem ausführlichen FuPa-Liveticker versorgte (HIER geht’s zum Liveticker zum Nachlesen).










2 Kommentare
Das ist kein Beinbruch, weiter geht’s, Jungs💚🤍⚽️💪🏼
Wie Oli Kahn schon sagte… „Niemals aufgeben, immer weiter machen. Immer weiter. Immer weiter“ 💚🤍